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Der Turing Test in Geschichte und Gegenwart

Der Turing Test in Geschichte und Gegenwart

  • 12. Februar 2011 17:05

Schon im Jahr 1950 entwickelte Alan Turing den Turing Test um die Frage zu beantworten, ob Maschinen denken können bzw. ob sie intelligent sind. Der Test ist dabei so angelegt, dass ein Mensch mittels einer Computerverbindung zwei Testpersonen unterschiedliche Fragen stellt, wobei eine “Person” von ihnen ein Mensch, die andere eine Maschine ist. Sollte es nach Ablauf der Testzeit von etwa fünf Minuten dem Befrager nicht gelingen festzustellen, welche der zwei befragten “Personen” Mensch und welche Maschine ist, so hätte die Maschine bzw. das Programm diesen Test bestanden.

Messungsgrundlage

Seit der Vorstellung und Einführung des Turing Tests gibt es jedoch viele verschiedene Meinungen zu dem Thema, inwiefern der Test tatsächlich Intelligenz messen kann. Dies ist zum einen auf die Maschine bezogen, die im einfachsten Falle zum Beispiel gar keine Möglichkeit der Kommunikation haben kann, trotzdem jedoch intelligent ist, oder aber auf eine dem Menschen nicht verständliche Weise kommuniziert. Andersrum kann auch ein Mensch nicht zu Kommunikation fähig oder gewillt sein, was den gleichen Effekt im Test hätte, er würde ihn wahrscheinlich nicht bestehen.

Argumentation

Das schwerwiegendste Gegenargument für den Turing Test und seine Fähigkeit Intelligenz festzustellen ist jedoch, dass diese nicht nur auf das Kommunizieren beschränkt ist und zudem je nach Fragestellung und dessen Erwartungshaltung schon durch relativ einfache Mechanismen die Illusion einer echten Konversation getätigt werden kann. Dies wurde beispielsweise durch das Computerprogramm ELIZA sehr gut demonstriert, welches eine Gesprächssituation zwischen einem Psychologen und Patienten simuliert, wobei das Programm den Psychologen abgibt. Hierbei kommuniziert das Programm derart mit einem Menschen, dass es zu einem Schlüsselwort im Satz des Menschen eine passende Antwort, Frage oder Aufforderung heraussucht. Dieser Pool an möglichen Antworten ist dabei auf die jeweiligen Schlüsselwörter ausgelegt und das Programm sucht in einer Art Tabelle nach der geeigneten Antwort. Mit dieser doch recht simplen Methode konnte ELIZA viele der Befrager täuschen, denn die Gesprächsstrategie entsprach dem was diese erwarteten. Beispielsweise wäre die Antwort auf den Satz “Ich gucke mir gerne Fußballspiele an.” , “Was gefällt ihnen an Fußball?”. Dieses recht einfache Konzept lässt den Befrager nicht darüber nachdenken, ob der gegenüber überhaupt eine Ahnung von dem angesprochenen Thema hat, es wird meist unterbewusst vorausgesetzt, die Frage der Maschine wiederum animiert den Gesprächspartner zum Reden und stillt dessen Bedürfnis nach Kommunikation. Es ist also einfach das was der Befrager erwartet hat und dies wird mit dem Attribut “menschlich” gleichgesetzt und damit intelligent, obwohl das Programm einzig anhand eines oder mehrerer Schlüsselwörter einer Tabelle eine Frage heraussucht und alles andere als intelligent ist.

Überzeugung möglich

Obwohl der Turing Test noch immer umstritten ist, so ist auch 60 Jahre nach dessen Vorstellung die Forschung dabei, möglichst ein Programm bzw. Maschine zu entwickeln die ihn bestehen kann. So konnte z.B. im Jahr 2008 ein Computer namens Elbot immerhin 25 Prozent seiner Gegenüber davon überzeugen, ein Mensch zu sein, wobei Turing davon ausging, dass bei 30 Prozent Erfolg Intelligenz erreicht sei. Ein anderes Beispiel ist der IBM Watson, welcher in der US-Fernsehspielshow Jeopardy gegen zwei menschliche Gegner antrat und knapp gewinnen konnte, dabei musste er zum einen die Fragen tatsächlich visuell “lesen” und auch verstehen, zum Teil sind Wortspiele und ähnliches enthalten, was die Aufgaben schwieriger machte.

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